Der Weg zu Mir – Blog-Tagebuch Teil 2

Mein stilles Verschwinden

Mit diesem Blog-Tagebuch möchte ich dich mit auf die Reise in die Tiefe meiner Innenwelt nehmen, zu meiner Matriarchin DonnaAntica. Diese Geheime Machtseite in mir war für mich selbst so ungreifbar, dass es allein ein Jahr gedauert hat, ihren Einfluss auf mein Leben zu erkunden.

Die ersten zwei Teile handeln davon, wie ich an der (alles) entscheidenden Stelle fast umgekehrt wäre.

Bisher war ich bei meiner Innenwelt-Erkundung auf keinerlei inneren Widerstand gestoßen, worüber ich etwas verwundert, aber vor allem froh war. Denn währenddessen hatte ich die anderen Innenweltforscher*innen ganz genau beobachtet: Manche hören schon sehr früh auf und schlagen andere Wege der Selbstfindung ein. Andere folgen lang und intensiv dem Weg der IndividualSystemik. Dann, quasi aus dem Blauen heraus, finden sie etwas, das sie plötzlich total stört. Meist geschieht dies nach kurzer Berührung mit ihrer Geheimen Machtseite. Laut und verärgert brechen sie ab.

Früher oder später kommen fast alle an eine Stelle, an der es erstmal nicht mehr weiter geht. Ich hatte also damit gerechnet, dass es mich auch irgendwann trifft. Trotzdem war ich von der Vermissten-Anzeige erst mal nur verwirrt. Um diese zu verstehen, brauche ich eine weitere Erläuterung von Veeta: Mein seltener E-Mail-Kontakt sei nur noch punktuell und ohne weiteres Eingehen auf ihre Antwort erfolgt. Dabei habe ich lediglich oberflächlichen Small Talk geschrieben. Wieder sei so eine nichtssagende E-Mail bei ihr eingetroffen. – Und da kommt in mir beim Lesen von ganz hinten ein fettes Grinsen auf. Als wäre das alles ein netter Streich gewesen, so zum Spaß!

Verborgen vor mir selbst

Erst nach diesem ausdrücklichen Hinweis von Veeta wird mir meine doppelte innere Realität klar: Meine vorderen Inneren Personen hatten sich noch pflichtbewusst gemeldet, im Außen gab es durch den Umzug eine gute Entschuldigung für die Seltenheit des Kontaktes. Meine hintere Person aber hatte diese äußere Ablenkung gezielt genutzt und absichtsvoll nur Geplänkel in den E-Mails zugelassen. Das habe ich erstaunlich unverblümt gespürt.

Nicola Takla/Shutterstock.com

Diese Art von Verschwinden aus dem Kontakt kennst du vielleicht auch. Die gute Freundin, die plötzlich so beschäftigt ist und bedauernd keine Zeit mehr hat. Man wird mit freundlicher Oberflächlichkeit entsorgt. Das ist schade, aber es gibt ja gute Gründe im Außen. Diese passive, leise Variante des Verschwindens ist viel unauffälliger als die vorwurfsvolle, laute und damit als Entsorgungsstrategie durchaus raffiniert. Die Crux daran ist, dass ich es bis zu diesem Punkt nicht gemerkt habe. Den größten Streich hatte ich damit mir selbst gespielt und das ganz bestimmt nicht zum ersten Mal. Nur, wer in meiner Innenwelt ist dafür verantwortlich?

Der Wille meiner hinteren Person

Letzten Sommer in Schweden hatte sich bei der Sitzungsarbeit mit Veeta ganz hinten in meinem System zum ersten Mal meine Matriarchin gezeigt. Bei diesen Begegnungen war sie ganz in einer schrecklichen Erinnerung gefangen. Durch ein zerstörerisches Ereignis hatte sie alles in ihrem Leben verloren. Sie stand völlig erstarrt zwischen den Seelen ihres alten Stammes, alle Gefühle, Impulse, Gedanken haltend. Mich hat überrascht, wie intensiv und real sich diese Erinnerung anfühlte, als wäre es mir in meinem jetzigen Leben passiert. Gleichzeitig ist die Erinnerung viel älter als ich. Dieses Erlebnis lastet gefühlt schon seit Jahrhunderten auf meiner hinteren Frau. In ihrer Erstarrung wirkte sie sehr passiv und abwesend und so gar nicht aktiv und machtvoll.

Ohne Veetas Nachhaken und Hilfe wäre mir mein Nein zu unserem Kontakt nicht aufgefallen. Erst beim Nachspüren meines Grinsens kann ich klar die Haltung meiner Matriarchin wahrnehmen: Nein, zu nahe darf niemand Annemarie treten. Und schon gar nicht mit so umfassendem Interesse an ihrer ganzen Person. Das Nein richtet sich damit auch gegen die weitere Innere-Personen-Arbeit. DonnaAntica, wie ich sie inzwischen nenne, will sich weder erforschen lassen, noch sich selbst erforschen. Ihr Wille ist, geheim zu bleiben und im Geheimen zu agieren. Der Impuls, mich (von mir selber!) wegzudrehen, ist stark.

Motortion Films/Shutterstock.com

Doch der Forschungsdrang, mich selbst zu verstehen, ist stärker. Ich ahne, dass DonnaAntica in meinem Leben eine entscheidende Rolle spielt. Wenn ich gegen ihren Willen meine Innenweltreise fortsetzen will, dann muss ich ab jetzt genau das Gegenteil von Verschwinden praktizieren, nämlich mich wieder mit anderen Innenweltforscher*innen vernetzen. Im Kontakt zeigt sich das indirekte Nein von Geheimen Machtseiten und fällt erfahrenen Beobachter*innen durchaus auf. So kann man ihrem Wirken auf die Schliche kommen. Nur, wie finde ich meine Matriarchin vor, wenn ich ihr ein Jahr nach Schweden wieder im direkten Kontakt begegne?

Wie es weitergeht, kannst du in der Fortsetzung dieses Blog-Tagebuchs in ein paar Wochen lesen.

2 Gedanken zu „Der Weg zu Mir – Blog-Tagebuch Teil 2“

    • Hallo Robert, ja, es fühlt sich auch fast an wie in einem Krimi. Denn obwohl jemand in mir die Regie führt, durchschaue ich den Plot nicht und bin ich immer wieder verblüfft über neue Befunde bei den Ermittlungen. Genau dies möchte ich mit Euch teilen. Annemarie

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