Der Weg zu mir – Blog-Tagebuch Teil 4

Meine Geheime Machtseite lässt grüßen

Mit diesem Blog-Tagebuch möchte ich dich mit auf die Reise in die Tiefe meiner Innenwelt nehmen, zu meiner Matriarchin DonnaAntica. Diese Geheime Machtseite in mir war für mich selbst so ungreifbar, dass es allein ein Jahr gedauert hat, ihren Einfluss auf mein Leben zu erkunden.

Teil 3 und 4 handeln davon, welch grundlegende Rolle DonnaAntica in meinem Leben spielt.

Gleich zu Sommeranfang war ich bei Veeta Wittemann in Schweden, um mit ihr meiner machtvollen Matriarchin weiter auf die Pelle zu rücken. Dieses Mal war ein erster direkter Kontakt mit DonnaAntica möglich. Seitdem kann ich ihren starken Willen und ihre Verbitterung über die Menschen mehr greifen. Mit ihnen – besonders mit den Männern – hat sie nämlich noch eine Rechnung offen. In diesem Tagebucheintrag werde ich aber nicht über sie schreiben. DonnaAntica möchte Dir und der Welt ihre Ansichten selbst mitteilen.

DonnaAnticas Ansprache

„Hach, Ihr wisst ja gar nicht, wie toll es ist, in dieser schwarzen Kutsche zu sitzen. Ich kann sie lenken, wohin ich möchte. Die vorderen Inneren Personen in Annemarie sind wirklich begabt  und ich nutze dies, um der Welt zeigen, wie es besser geht. Annemarie ist technisch durchaus geschickt und kann die Männer mit links in die Hosentasche stecken. Ihr Spezialgebiet ist die Fehleranalyse und Qualitätsprüfung. Ja, genau! Ich darf die Herren auf ihre Fehler hinweisen. Das ist Annemaries Job und dafür wird sie sogar bezahlt! Köstlich, oder? Also ich finde es hier hinten in Annemaries System so richtig schön amüsant.

Wenn Ihr jedoch jetzt die Vorstellung habt, ich zeige mich Euch in der Kutsche als eine schwarze Königin, dann habt Ihr Euch gewaltig geirrt. Ihr denkt doch nicht etwa, dass Ihr noch mal mein wahres Gesicht zu sehen bekommt. Das wolltet Ihr damals nämlich nicht. Niemand wollte die Wahrheit wissen, niemand wollte die Dinge hören, die ich geahnt habe – und es ist noch viel schlimmer gekommen! Zu jener Zeit habe ich noch echt geliebt, war echt besorgt und habe offen meine Meinung gesagt. Als Ihr nicht hören wolltet, bin ich laut geworden. Am Ende habe ich nur noch gewütet  bis Ihr mich weggesperrt habt.“

Wieder bin ich erstaunt, dass meine Matriarchin in einer alten Geschichte gefangen ist. Ihre Enttäuschung über die Menschen kann ich körperlich als Herzschmerz spüren, aber DonnaAntica hat für sich eine Lösung gefunden, diesen Schmerz zu stillen.

Seitdem habe ich mir eine zweite Haut übergezogen, eine, wie Frau stets erwünscht ist. Freundlich, zugewandt, kompetent, dabei nicht zu dominant. Eben genau so, wie die Quotenfrau in dieser Gesellschaft sein soll. Die Sache ist nur: Ihr bekommt nur noch das! Und nichts anderes. Immer nur zugewandt, freundlich, kompetent. Anregende Unterhaltungen auf hohem Niveau, gespickt mit persönlichen Zutaten. Dabei entsteht so eine angenehm berauschende, leicht einlullende Atmosphäre. Wie ein wunderbar leckerer Cocktail. Appetit?

Flirrender Cocktail
Volodymyr Goinyk/Shutterstock.com

Dann bitte, Ihr bekommt so viel Ihr wollt und noch mehr. Ich verabreiche Euch gerne mein süßes Gebräu. Nur: es gibt keinen Stopp. Denn jetzt habe ich meine Genugtuung darin, Euch meine Wut als „Mrs. Always Pleasant” einzuflößen – bis Ihr kotzt! Und die meisten von Euch kommen sogar wieder und wollen mehr davon. Wie abgestumpft kann mensch eigentlich sein?! Nichts hat sich geändert seit damals! Ihr seid alle so dumm! Ihr bevorzugt das angenehm scheinende Leben, damals wie heute.“

Da habe ich mich, Annemarie, für eine sympathische Person gehalten, mit der man gerne zusammen ist – ohne zu wissen, dass DonnaAntica dies benutzt, um ihre Wut abzureagieren und den alten Schmerz zu stillen. Leider ist dies noch nicht das Ende ihres verachtenden Gezeters.

Ja, und jetzt bin ich auch nicht besser als Ihr. Aber auch nicht schlechter. Mich wundert es nicht, dass wir als Menschheit auf den Abgrund zusteuern. Wir hier in der Tiefe des Menschen verstehen uns darauf, unentdeckt auf unsere Kosten zu kommen. Wie sonst könnte es so viel Beteuerung geben, ohne dass sich wirklich etwas verändert?! Nach außen stellen wir sicher, dass die ganze Person, zu der wir gehören, besonders rechtschaffen oder fleißig oder grün oder mitfühlend oder … ist. (Und, was bist Du?) Und nur, damit Ihr es mal schwarz auf weiß lesen könnt und vielleicht eine Ahnung bekommt, worum es geht:

Ich gebe nichts mehr! Ich habe Euch nie verziehen!”

Jade ThaiCatwalk/Shutterstock.com

Ihre Verweigerung ist absolut

Dass DonnaAntica eine eigenwillige Matriarchin ist – damit hatte ich gerechnet. Aber dass sie so viel Negativität ausstrahlt, das war für mich ein Schock. Ich, in mir?! Dabei hat sie sich ihr, oder genauer, mein Leben richtig schön selbstverherrlichend eingerichtet. Als Bequeme Innenwelt-Lage bezeichnet Veeta Wittemann dies so treffend in ihrer Videoreihe Die Rückkehr der Königin.

Das massive Nein meiner Geheimen Machtseite untergräbt die guten Werte und Anstrengungen meiner anderen Inneren Personen. Da kann ich als Ganze noch so sehr meine Beziehungen vordergründig pflegen oder mich für ein besseres Klima einsetzen, DonnaAntica vergiftet alles mit ihrer besserwisserischen Verachtung. An manchen Tagen würde ich dieses neue Wissen um mich am liebsten wieder löschen. So eine Königin möchte ich nicht in mir haben. Nur, auch damit würde ich ihr direkt wieder zuspielen, denn dann könnte DonnaAntica ihre Machenschaften ungestört weitertreiben. Gleichwohl bleibt die Frage: Wie gehe ich damit um? Und welche Auswirkungen hat dieses neue Bewusstsein auf mein Leben?

Davon möchte ich dir im nächsten Teil berichten. Die Fortsetzung dieses Blog-Tagebuchs erscheint voraussichtlich im Winter.

1 Gedanke zu „Der Weg zu mir – Blog-Tagebuch Teil 4“

  1. Liebe Annemarie, WOW! Was für eine Power! Das ist das erste, was ich denke, wenn ich die direkten Worte deiner DonnaAntica lese. Wenn diese Kraft wieder FÜR etwas gehen würde, sich FÜR etwas einsetzen würde … Ich weiß, das lässt sich nicht „machen“. Aber wenn ich mir ausmale, dass diese tiefen Kraftpakete in allen Menschen im Verborgenen schlummern, in ihren selbstgewählten Einsiedeleien … Wenn ich mir ausmale, wenn diese mächtigen, starken Willen sich für unser Klima, für soziale Gerechtigkeit, für Menschenrechte, für usw. einsetzen würden … Dann lohnt es sich, in der eigenen Tiefe weiter zu graben. Nicht nur für eine*n selbst. In diesem Sinne, bis bald! Phoenix

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